Mit dem Motorrad-Roadtrip und dem etwas überraschenden Ende meines Praktikums kurz danach beginnt für mich nun die Zeit der Reisen und damit auch endlich so richtig der Sommer.
Bevor sich die Gruppe der letzten Monate langsam auflöst, ziehen wir noch ein letztes Mal mit allen los. Es ist ein sonniger Samstagnachmittag, man tauscht Bilder und Kram aus, der über den Roadtrip in falschen Rucksäcken gelandet ist, hört dazu die lieb gewonnene Roadtrip-Playlist und gönnt sich ein Bierchen auf dem Balkon des Wohnheims. Dann machen wir uns auf den Weg in die Green Zone, sitzen wie gewohnt um den großen Tisch direkt hinter der Theke und machen da weiter, wo wir auf dem Balkon aufgehört haben. Die Runde ist bestens gelaunt und als die Green Zone um Mitternacht ihre Türen schließt, geht es fast schon gewohnheitsmäßig weiter Richtung Seoul Street ins Tipsy Bunny und anschließend ins Republik. Als es schon hell wird, laufen wir über den Sukhbaatar-Platz und am Parlament vorbei, frühstücken bei Melle in der WG und erklären den Abend dann für beendet. Während der Rest ins Bett geht, schnappe ich mir ein Taxi und fahre zum Flughafen - in den frühen Morgenstunden kommt nämlich Inga, meine ehemalige Mitbewohnerin in Kiel, an.
In den nächsten Tagen verabschiede ich erst Melle nach Deutschland, dann Luki und Manfred nach Russland und fühle mich plötzlich etwas alleine in Ulaanbaatar. Ablenkung tröstet einen bekanntlich am besten über solche Zeiten und so bin ich mehr als glücklich, dass ich in den kommenden Tagen Inga an meiner Seite habe. Inga ist es auf ihrem Flug in die Mongolei wie vielen anderen ergangen - sie hat ihren Anschlussflug in Moskau erreicht, ihr Gepäck allerdings nicht. Die ersten Tage ziehen wir also durch Ulaanbaatar, gucken uns das Gandan-Kloster und das Dsaisan-Denkmal an, besuchen den Winter- und Sommerpalast des Bogd Khan, beobachten das Treiben auf dem Sukhbaatar-Platz und warten auf Mittwoch und die Ankunft von Ingas Gepäck.
Während Inga in den kommenden Tagen zu einem 5-Tage-Trip in die Zentralmongolei aufbricht, packe ich mal wieder mein Leben in den großen Rucksack und stilecht mongolisch in ein paar Plastiktüten und ziehe in meine dritte Bleibe - das Semester ist vorüber und ich muss aus dem Wohnheim raus. Bis Inga zurück in der Stadt ist, habe ich mich bereits damit abgefunden, dass die Küchenzeile in meinem Apartment so schief ist, dass die Schubladen immer von alleine aufgehen und man permanent mit Schienbeinen und Knien gegen die spitzen Ecken rennt, dass es warmes Wasser wenn überhaupt nur nachts und in den frühen Morgenstunden gibt und, dass auf der Baustelle im Hinterhof auch nachts um zwei Uhr noch kräftig gearbeitet wird.
Bevor sich die Gruppe der letzten Monate langsam auflöst, ziehen wir noch ein letztes Mal mit allen los. Es ist ein sonniger Samstagnachmittag, man tauscht Bilder und Kram aus, der über den Roadtrip in falschen Rucksäcken gelandet ist, hört dazu die lieb gewonnene Roadtrip-Playlist und gönnt sich ein Bierchen auf dem Balkon des Wohnheims. Dann machen wir uns auf den Weg in die Green Zone, sitzen wie gewohnt um den großen Tisch direkt hinter der Theke und machen da weiter, wo wir auf dem Balkon aufgehört haben. Die Runde ist bestens gelaunt und als die Green Zone um Mitternacht ihre Türen schließt, geht es fast schon gewohnheitsmäßig weiter Richtung Seoul Street ins Tipsy Bunny und anschließend ins Republik. Als es schon hell wird, laufen wir über den Sukhbaatar-Platz und am Parlament vorbei, frühstücken bei Melle in der WG und erklären den Abend dann für beendet. Während der Rest ins Bett geht, schnappe ich mir ein Taxi und fahre zum Flughafen - in den frühen Morgenstunden kommt nämlich Inga, meine ehemalige Mitbewohnerin in Kiel, an.
In den nächsten Tagen verabschiede ich erst Melle nach Deutschland, dann Luki und Manfred nach Russland und fühle mich plötzlich etwas alleine in Ulaanbaatar. Ablenkung tröstet einen bekanntlich am besten über solche Zeiten und so bin ich mehr als glücklich, dass ich in den kommenden Tagen Inga an meiner Seite habe. Inga ist es auf ihrem Flug in die Mongolei wie vielen anderen ergangen - sie hat ihren Anschlussflug in Moskau erreicht, ihr Gepäck allerdings nicht. Die ersten Tage ziehen wir also durch Ulaanbaatar, gucken uns das Gandan-Kloster und das Dsaisan-Denkmal an, besuchen den Winter- und Sommerpalast des Bogd Khan, beobachten das Treiben auf dem Sukhbaatar-Platz und warten auf Mittwoch und die Ankunft von Ingas Gepäck.
Während Inga in den kommenden Tagen zu einem 5-Tage-Trip in die Zentralmongolei aufbricht, packe ich mal wieder mein Leben in den großen Rucksack und stilecht mongolisch in ein paar Plastiktüten und ziehe in meine dritte Bleibe - das Semester ist vorüber und ich muss aus dem Wohnheim raus. Bis Inga zurück in der Stadt ist, habe ich mich bereits damit abgefunden, dass die Küchenzeile in meinem Apartment so schief ist, dass die Schubladen immer von alleine aufgehen und man permanent mit Schienbeinen und Knien gegen die spitzen Ecken rennt, dass es warmes Wasser wenn überhaupt nur nachts und in den frühen Morgenstunden gibt und, dass auf der Baustelle im Hinterhof auch nachts um zwei Uhr noch kräftig gearbeitet wird.
Um dem Getöse der Großstadt zu entfliehen, fahren Inga und ich in den Südwesten von Ulaanbaatar in den Bogd Khan Nationalpark, um uns Mandsuschir Khiid, eine sehr alte Klosteranlage, anzusehen und auf den Felsen um das Kloster herumzuklettern.
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| Kiel - Liverpool - Berlin - Ulaanbaatar Vervollständige die Reihe logisch! |
Am Wochenende verziehen wir uns dann zusammen für einen zweitägigen Wanderritt in den Terelj Nationalpark. Saikhna kenne ich schon von vorherigen Besuchen bei Saraa’s Ger Camp und gemeinsam mit ihm und seinem besten Freund satteln Inga und ich unsre Pferde, zurren Gepäck für vier Leute auf ein Lastenpferd und schwingen uns dann in die Sättel. Zum Eingewöhnen geht es erst einmal im Schritt durch den Tuul, den Fluss, der durch den Terelj fließt, und dann entspannt am Fluss entlang Richtung Nordosten. Die beiden Jungs sind bester Laune, lachen permanent und haben sichtlich Spaß an dem Ausflug. Die gute Laune färbt ab und obwohl Inga und ich nicht ein Wort von dem, was Saikhna und sein Kumpel reden, verstehen, müssen wir einfach mitlachen. Nach guten zwei Stunden gibt es am frühen Nachmittag die erste Pause und während wir Mädels im Schatten sitzen, verziehe sich die Jungs runter ans Wasser und machen sich am Mittagessen zu schaffen. Inga und ich können sie hinter der Böschung nicht sehen, hören aber das vertraute Kichern von zwei Männern, die zusammen aufgewachsen sind und den jeweils anderen wohl besser als sich selbst kennen. Kurz nach unsrer Mittagspause treffen wir eine andere Gruppe. Inga und ich schnacken kurz mit dem Pärchen, die mit drei Guides und genau so vielen Packpferden unterwegs sind, die Jungs quatschen mit den anderen Guides. Aus dem Nichts kommt wenig später von Saikhna ein lässiges „wanna galopp?“ und von Inga und mir ein mindestens so lässiges „yeah, sure!“. Dann verabschieden wir uns fix von der anderen Gruppe, kicken unsre Pferde sachte in die Seite, rufen ihnen ein bestimmtes „Tschuu“ zu und jagen in wildem Galopp den beiden Jungs hinterher. Wir fühlen uns alle vier etwas wie in einem der super coolen Pferde-Teenie-Filme und lachen noch immer, als wir die Pferde am Waldrand wieder stoppen müssen. So macht das Spaß, so soll das sein! Als wir eine Weile später an ein paar Gers vorbeireiten, begrüßt Saikhnas Kumpel eine bekannte Familie und wir werden spontan auf Milchtee und frischen Käse eingeladen. Dass die beiden Jungs zwei völlig fremde Frauen dabei haben, scheint niemanden zu stören. Nicht mehr ganz so schwungvoll wie am Vormittag und mit der ein oder anderen Grimasse sitzen Inga und ich nach der kurzen Pause wieder auf und hoffen, dass wir unsre Etappe für heute bald geschafft haben, im Gegensatz zu den Männern sind wir es nämlich nicht gewohnt, einen ganzen Tag im Sattel zu verbringen und so langsam tut uns alles weh.
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| Ingas und mein Ausblick für zwei Tage: Saikhna und sein Kumpel mit ihren mongolischen Sport-Hüten beim ewigen Lachen und Kichern |
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| Seit Ende Mai ist auch der Terelj Nationalpark grün und damit noch ein bisschen schöner, als er schon im Winter und Frühjahr in grau und braun war |
Wir schlagen unser Nachtlager direkt am Tuul auf. Die beiden Jungs satteln die Pferde ab, verknoten ihnen die beiden Vorderläufe mit einem Hinterlauf und lassen sie selbst auf Futtersuche gehen - abhauen können sie so halb gefesselt eh nicht - und fangen dann an zu kochen. Inga und ich bauen unser Zelt auf, fragen, ob wir beim Kochen helfen können und setzen uns ans Wasser, als wir ein nein als Antwort kassieren. Zu viert sitzen wir den Rest des Abends am Lagerfeuer, trinken Wodka und quatsch über dieses und jenes. Saikhna hat eine Weile in Kanada gelebt, spricht fließend Englisch und mimt für Inga, seinen Kumpel und mich den Dolmetscher. Gegen Mitternacht verziehen Inga und ich uns ins Zelt, die Jungs wickeln sich in ihre Deel und machen es sich in der Nähe der Pferde bequem, die dicht aneinander gedrängt unter einem Baum stehen und schon dösen.
Als Inga und ich am nächsten Morgen aus dem Zelt gestolpert kommen, brennt das Lagerfeuer schon und es wird fleißig am Frühstück gearbeitet. Am Abend zuvor hatten wir die Jungs gefragt, wie häufig sie solche Touren eigentlich machen und nach kurzem Lachen und einem Wortwechsel auf Mongolisch hat Saikhna berichtet, dass diese Touren eigentlich immer Gaby macht, Gaby im Moment aber in der Schweiz unterwegs ist und die beiden deswegen den Job übernommen haben. Damit war dann auch die leichte Aufregung und die Geheimniskrämerei erklärt, mit der die beiden immer zum Kochen abgezogen sind. Zu viert frühstücken wir also am Ufer des Tuul, räumen dann alles wieder zusammen und machen uns auf den langen Rückweg erst am Fluss entlang und dann über die Berge zurück zum Camp.
Am frühen Abend kommen wir erschöpft und verschwitzt mit einem dezenten Sonnenbrand nach einem ausgedehnten abschließenden Galopp wieder im Camp an, steigen mit reichlich Gejammer von unsren Pferden ab und sind trotzdem blendend gelaunt. Nach ein bisschen Geschnacke hier und da geht es für Inga und mich zurück nach Ulaanbaatar und während unser Fahrer über die Schotterpiste brettert, haben wir alle Mühe nicht einzuschlafen.
Ingas letzten Tag in der Mongolei verbringen wir nach einem entspannten Pfannkuchenfrühstück auf dem Narantuul, dem großen Schwarzmarkt in Ulaanbaatar, tingeln dann noch etwas durch die Stadt und tun zum Anschluss das, was wir beide am besten können: essen. Und so probieren wir uns abends einmal durch die Karte des kaukasischen Restaurants um die Ecke und begießen Ingas Zeit in Ulaanbaatar mit einem Bier im Republik, das seit meines Umzugs praktischer Weise auch in meiner Nachbarschaft liegt.
Mit Ingas Abreise kehrt nach den turbulenten letzten Wochen (vorerst) wieder etwas Ruhe in mein Leben ein. Allerdings ist es die Art von Ruhe, die vor einem Sturm in der Luft liegt - Mitte Juni schlagen nämlich Pappa und Mette in der Mongolei auf!
Bayrtai und liebe Grüße
Mia
Als Inga und ich am nächsten Morgen aus dem Zelt gestolpert kommen, brennt das Lagerfeuer schon und es wird fleißig am Frühstück gearbeitet. Am Abend zuvor hatten wir die Jungs gefragt, wie häufig sie solche Touren eigentlich machen und nach kurzem Lachen und einem Wortwechsel auf Mongolisch hat Saikhna berichtet, dass diese Touren eigentlich immer Gaby macht, Gaby im Moment aber in der Schweiz unterwegs ist und die beiden deswegen den Job übernommen haben. Damit war dann auch die leichte Aufregung und die Geheimniskrämerei erklärt, mit der die beiden immer zum Kochen abgezogen sind. Zu viert frühstücken wir also am Ufer des Tuul, räumen dann alles wieder zusammen und machen uns auf den langen Rückweg erst am Fluss entlang und dann über die Berge zurück zum Camp.
Am frühen Abend kommen wir erschöpft und verschwitzt mit einem dezenten Sonnenbrand nach einem ausgedehnten abschließenden Galopp wieder im Camp an, steigen mit reichlich Gejammer von unsren Pferden ab und sind trotzdem blendend gelaunt. Nach ein bisschen Geschnacke hier und da geht es für Inga und mich zurück nach Ulaanbaatar und während unser Fahrer über die Schotterpiste brettert, haben wir alle Mühe nicht einzuschlafen.
Ingas letzten Tag in der Mongolei verbringen wir nach einem entspannten Pfannkuchenfrühstück auf dem Narantuul, dem großen Schwarzmarkt in Ulaanbaatar, tingeln dann noch etwas durch die Stadt und tun zum Anschluss das, was wir beide am besten können: essen. Und so probieren wir uns abends einmal durch die Karte des kaukasischen Restaurants um die Ecke und begießen Ingas Zeit in Ulaanbaatar mit einem Bier im Republik, das seit meines Umzugs praktischer Weise auch in meiner Nachbarschaft liegt.
Mit Ingas Abreise kehrt nach den turbulenten letzten Wochen (vorerst) wieder etwas Ruhe in mein Leben ein. Allerdings ist es die Art von Ruhe, die vor einem Sturm in der Luft liegt - Mitte Juni schlagen nämlich Pappa und Mette in der Mongolei auf!
Bayrtai und liebe Grüße
Mia
















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